Das kritische Tagebuch

Die Bankrotterklärung der Sondierer

 

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Die Bundestagswahl als ein Protokoll der herrschenden Verhältnisse

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Von den Grenzen der Toleranz

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Vom Geist der Zeit

Über die Selbst-Simplifizierung eines Senders

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Kritischer Rückblick auf ein Lesefest

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Pressestatement von Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands Berlin, zum Ausgang der Bundestagswahl

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China und Russland tanzen bald auf dem Pulverfass, von dem der Westen gerade abgestürzt ist

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Über die Komplexität sprachlicher Bilder

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Buchtipps

Erinnerung an den Schriftsteller René Schickele

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Hans Fricks autobiografischer Roman „Die blaue Stunde“

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Nachrichten. Kultur – Politik – Wissenschaft

Gedenktage im Oktober

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Gegen das Anhängselsyndrom

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Die Kernaussagen des Paritätischen Jahresgutachtens

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Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem, Vesperae Solennes de Confessore, Ave Verum

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SchreibWerkstatt

Neue Texte Frankfurter Autoren

Ernst Hilmer

Die 92. PRO LESEN-Themenwoche im Oktober 2021

VIRENKRIEG Ein Reality-Thriller von Lutz Büge

25. - 30. Oktober 2021 im Bibliothekszentrum Frankfurt-Sachsenhausen
Ausstellung am Büchertisch während der Öffnungszeiten

 

Donnerstagabend-Lesung am 28.10.2021,
19:00 Uhr – 20:30 Uhr
Der Frankfurter Autor und FR-Redakteur
Lutz Büge liest aus
den Bänden 4 (Evan) und 5 (McWeir)
seines Krimi-Zyklus „Virenkrieg“.

Anschließend Publikumsgespräch
Eintritt frei

 

Wegen der andauernden Schutzmaßnahmen vor Corona Covid-19 ist eine schriftliche Anmeldung notwendig. Alle Literaturfreundinnen und Literaturfreunde, die sich bei uns registrieren ließen, werden Mitte Oktober von uns angeschrieben.
Zugangsvoraussetzung ist entweder der Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung. Zurzeit (Anfang Oktober) werden auch negative Tests akzeptiert. Das könnte sich aber möglicherweise ändern.
Innerhalb der Bibliothek gelten Abstandsgebot (die Stuhlreihen sind entsprechend aufgestellt) und Maskenpflicht.

Über Änderungen informieren wir laufend an dieser Stelle.

 

Kommentiert

Vom Elend der wohnbesitzlosen Klassen

Sollen Immobilienkonzerne enteignet werden?

 

Der Wohnraum ist längst  zu einer Ware geworden, die auf dem „freien“ Markt gehandelt wird. Doch der Boden, auf dem die Häuser stehen, in denen wir wohnen, lässt sich nicht reproduzieren wie ein Fahrrad, ein Automobil oder ein Computer. Er ist nur begrenzt verfügbar.
 

Diese Eigenschaften teilt er mit dem menschlichen Leben. Es ist da, existiert in milliardenfacher individueller Ausprägung und ist jeweils einmalig. Immerhin wird das Leben der Menschen in Staaten mit demokratischer Verfassung formalrechtlich vor dem Zugriff anderer geschützt. Aber sein Lebensraum, also der Boden, die Luft, das Wasser etc. sind längst Bestandteile des kommerziellen Handels geworden, der verharmlosend als Marktwirtschaft bezeichnet wird.

 

Folglich beeinflusst der so genannte freie Markt den Wert einer menschlichen Lebensgrundlage, die eigentlich keine Ware sein dürfte, weil sie nicht vermehrbar ist. Wäre es angesichts der immensen Probleme, die der Handel mit dem Boden vor allem in großen Städten hervorruft, nicht eine Verfassungsverpflichtung, ihn aus dem Handel herauszunehmen, gar diesen Handel definitiv zu verbieten?

 

Sicherlich: Ein derartiges Verständnis von Grund und Boden würde einige Zehntausend Immobilienbesitzer und -händler dazu zwingen, ihren Lebensunterhalt künftig mit reproduzierbaren nützlichen Waren oder mit sinnvollen Dienstleistungen zu verdienen. So wie das Milliarden Menschen tun müssen. Und mutmaßlich würde jene Minderheit, die bislang eine deutliche Mehrheit wirtschaftlich kujonierte, das Ende der grenzenlosen Freiheit, die Entwertung aller Werte und das Zusammenbrechen des Staats lautstark beklagen.
 

Ja, tatsächlich wäre das ein Systemwechsel. Aber ohne einen solchen oder ähnlichen würde am Ende dieses Jahrhunderts die Bundesrepublik ein Staat sein, in dem die Mehrheit seiner Einwohner ohne wirkliche Lebensrechte und mit lediglich eingeschränkten Lebensperspektiven vegetieren würde. Ganz zu schweigen von populistischen Nichtdemokraten, die ihr eigenes Süppchen auf dem Elend anderer kochen würden - oder es zumindest versuchten.

 

Ich bin bei Recherchen zu diesem Thema auf den 1973 erschienenen und längst vergriffenen Roman von Gerhard Zwerenz gestoßen: „Die Erde wird unbewohnbar wie der Mond“. Er war die Grundlage für Rainer Werner Fassbinders Theaterstück „Der Müll, die Stadt und der Tod“, dessen Uraufführung am 31.10.1985 in Frankfurt wegen angeblich antisemitischer Inhalte verhindert wurde. Tatsächlich wurden nicht Vertreter der jüdischen Gemeinde kritisiert, sondern die Immobilienspekulation in Frankfurt. Die deutsche Erstaufführung fand deswegen erst am 1.10.2009 in Mülheim an der Ruhr statt. Allein diese Vorgänge zeigen, wie schwer es ist, das Menschenrecht auf Wohnen durchzusetzen.

 

Klaus Philipp Mertens