Das kritische Tagebuch

Was ich mir von einer neuen Bundesregierung wünsche

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Tagebucheintrag vom 22. April 2021

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Tagebucheintrag vom 17. April 2021

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Vom Geist der Zeit

Über die Heftromane der 1950er und 1960er Jahre

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Veröffentlichen nicht immer Gold

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Geschichte – Theorie – Kritik

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Eine kurze Theorie der Gegenwart

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Klaus Jürgen Schmidts Rückblick auf seine bewegten Jahre im Hörfunk

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Ausgrenzung und Stigmatisierung

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SchreibWerkstatt

Neue Texte Frankfurter Autoren

Ernst Hilmer

Das PRO LESEN - Thema im Mai 2021

In Vergessenheit geraten: Der Abenteuer- und Reiseschriftsteller Friedrich Gerstäcker

 

 

Am 10. Mai ist Friedrich-Gerstäcker-Tag, nicht in Deutschland, sondern im US-Bundesstaat Arkansas. So verfügte es 1986 der seinerzeitige Gouverneur und spätere Präsident Bill Clinton. Bereits 1957 war Gerstäcker posthum zum Ehrenbürger von Arkansas ernannt wurden.

 

Die Frankfurter Literaturinitiative PRO LESEN erinnert im Mai an Friedrich Gerstäcker, den Verfasser zahlreicher Abenteuerromane über die Pionierzeit in den USA und Autor vieler landeskundlicher Berichte über die Neue Welt.

 

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen bleibt das Bibliothekszentrum Frankfurt-Sachsenhausen bis voraussichtlich Ende August geschlossen. Wir werden deswegen geplante Lesungen und Vorträge im monatlichen Rhythmus an dieser Stelle vorab vorstellen und darauf hoffen, sie ab dem Spätsommer in gewohnter Weise in der Bibliothek durchführen zu können.
 

 

Gendern

Von der Unfähigkeit, Ambivalenz auszuhalten

 

Liebe Leserinnen und Leser,
 

in einer Zeitschrift, die sich der Literatur und der Sicht auf gesellschaftliche Vorgänge aus kultureller Perspektive widmet, ist es trotz schöngeistiger Grundhaltung regelmäßig nötig, die Welt ziemlich kunstlos als „Gesamtheit der Tatsachen“ (Ludwig Wittgenstein) darzustellen und dabei keine belletristischen Umwege einzuschlagen. Und das selbst dann, falls diese ebenfalls zum Ziel führen könnten.
Um das Für und Wider des sogenannten Genderns abzuwägen, erscheint es mir deswegen geboten, der individuellen und zumeist aus ideologischen Gründen erfolgten Aneignung von Sprache mit normativen Fakten entgegenzutreten.

 

Der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ bestätigte am 26. März dieses Jahres seinen Beschluss aus dem Jahr 2018, „die Aufnahme von Asterisk (Gender-Stern), Unterstrich (Gender-Gap), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das »Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung« zu diesem Zeitpunkt“ nicht zu empfehlen.
Der Rat erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Amtliche Regelwerk „für Schulen, Verwaltung und Rechtspflege“ gelte. In diesen Bereichen seien Schreibungen wie Leser*innen, Leser_innen, Leser:innen nicht zulässig.
 

Die Kriterien für eine „geschlechtersensible Schreibung“ seien sachliche Korrektheit, Verständlichkeit, Lesbarkeit und Vorlesbarkeit, Rechtssicherheit und Eindeutigkeit, Übertragbarkeit auf den gesamten deutschsprachigen Raum, Sicherstellung der Möglichkeit für Leser und Hörer, sich auf die wesentlichen Sachverhalte und Kerninformationen zu konzentrieren sowie die Lernbarkeit der Sprache nicht zu erschweren.

 

„Der Rat für deutsche Rechtschreibung“, so in der Selbstdarstellung auf seiner Homepage, „wurde im Jahr 2005 auf der Basis der Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung der Repräsentanten der deutschsprachigen Länder vom 01.07.1996 als Nachfolgegremium der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung gegründet. Er wird getragen von der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich, der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und dem Fürstentum Liechtenstein. Luxemburg ist mit beratender Stimme vertreten. Er hat die Aufgabe, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren und die Rechtschreibung auf der Grundlage des orthografischen Regelwerks (Regeln und Wörterverzeichnis) im unerlässlichen Umfang weiterzuentwickeln. Dazu gehören insbesondere die ständige Beobachtung der Schreibentwicklung, die Klärung von Zweifelsfällen der Rechtschreibung und die Erarbeitung und wissenschaftliche Begründung von Vorschlägen zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache.“
 

In der Redaktion eingehende Manuskripte, deren Texte formal nicht dem Allgemeinen Regelwerk entsprechen, werden mit dem Hinweis auf erhebliche Grammatik und Rechtschreibfehler sowie wegen des Verdachts auf nationalen (deutschen) Chauvinismus zurückgesandt.
 

Mehr zu sagen und zu schreiben erscheint mir an dieser Stelle als überflüssig. Aber ich verweise gern auf Beiträge, die in der Rubrik "Vom Geist der Zeit" bereits zu diesem Thema erschienen sind.

 

Vermeiden Sie Sternchen, Unterstrich sowie Doppelpunkt und überhören Sie den Glottisschlag von Claus Kleber, Petra Gerster und anderen,

Ihr Klaus Philipp Mertens