Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

Das kritische Tagebuch

Abschied von einem Kultursender

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Zusammenführen, was zusammen gehört

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Putin und seine Leute bei der LINKEN

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Vom Geist der Zeit

Eine Querfront von Corona-Leugnern machte Berlin zum Hotspot

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Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin wirft Fragen auf

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Flucht aus dem „Netz“ und warum einige sich erst gar nicht darin verfangen

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Über die Umdeutung der Grundrechte

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Buchtipps

Warum wir eine neue Wirtschaft brauchen

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Gotthold Ephraim Lessings letzte Tage

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In Lutz Büges Thriller „Evan“ befindet sich die amerikanische Demokratie am Rand des Abgrunds

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Erste Sätze der Weltliteratur und was sie uns verraten

Von Peter-André Alt

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SchreibWerkstatt

Neue Texte Frankfurter Autoren

Hanns - Martin Dorenkamp: Aus der Zeit gefallen
Aus dem zweiten Teil des biografischen Romans

Das PRO LESEN - Thema

Heimito von Doderers Projekt „Roman No 7“

 

 

90. PRO LESEN-Themenwoche
Geplant für die Woche vom 14. – 19. September 2020 im Bibliothekszentrum Sachsenhausen unter der Voraussetzung, dass die Corona-Pandemie es zulässt

Heimito von Doderers Projekt „Roman No 7“
Das unvollendete Spätwerk

 

Lesung am 17. September, 19:30 - 21:00 Uhr
Heimito von Doderer: Die Wasserfälle von Slunj (Auszüge)

Anschließend Publikumsgespräch
Eintritt frei

Sämtliche Veranstaltungen stehen unter den Vorgaben des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt a. M. zur Corona-Gefahrenabwehr. Hierzu folgen Ende August/Anfang September detaillierte Informationen.

 

 

 

 

Die Zukunft der Theaterdoppelanlage in Frankfurt

Reparaturen sind angesagt, sofort!

 

Liebe Leserinnen und Leser,
 

es erscheint mir als verwegen, sogar als tollkühn, wenn Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig Einschätzungen von Fachleuten über die Kosten einer Sanierung der Theaterdoppelanlage nur deshalb vom Tisch wischt, weil sie nicht in den „abgeschlossenen Meinungsbildungsprozess“ von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung passen. Wobei letzterer wegen der Corona-bedingten prekären Finanzsituation der Stadt Frankfurt mutmaßlich nicht das Papier wert ist, auf dem er fixiert wurde.
 

Noch vor einem Jahr ermittelte eine Expertengruppe einen Finanzbedarf von 700 Millionen Euro. Mittlerweile würde die Sanierung nach Berechnungen der „Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen“ 918 Millionen Euro kosten; eine mehr als wundersame Erhöhung. Demgegenüber werden für einen Neubau „nur“ 874 Millionen veranschlagt.
Der frühere Leiter des Hochbauamts, Roland Burgardt, schätzte den Finanzbedarf hingegen lediglich auf 200 Millionen ein, der ehemalige Baudezernent Hans – Erhard Haverkamp vor zwei Jahren sogar nur auf 180 Millionen. Wobei diese Beträge für eine vollständig neue Haustechnik (Klima, Heizung, Strom- und Wasserleitungen) sowie eine wärmegedämmte Verglasung aufzuwenden wären. Selbst bei zusätzlichen, aber nicht notwendigen, Baumaßnahmen fiele allenfalls die Hälfte der zuletzt prognostizierten Kosten an. So äußerte sich Ende Mai Roland Burgardt in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Diese Fachleute gehen anscheinend davon aus, dass die Bausubstanz weitgehend stabil ist, ebenso die Statik des Gebäudes. Es soll in der Mainmetropole große Bauten geben, die ebenfalls aus den frühen 1960er Jahren stammen und keineswegs als Ruinen gelten.
 

Näheres könnten die interessierten Bürger erfahren, falls die Bauzustandsanalysen sowie die dabei als notwendig erachteten Sanierungsmaßnahmen (Beschreibung gemäß VOB - Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) veröffentlicht würden. Doch die scheinen ein Staatsgeheimnis zu sein. Zumindest liegt eine solche Transparenz nicht im Interesse von Immobilienentwicklern, Architekten und Bauunternehmen, die sich von einem Neubau der Theateranlage das große Geld versprechen.
 

Doch wie bereits angedeutet, werden wegen der finanziell angeschlagen Unternehmen Lufthansa und Fraport sowie krisenhafter Entwicklungen bei Finanzhäusern die Einnahmen der Stadt über viele Jahre deutlich geringer sein als bislang gewohnt. Damit erledigen sich auch großspurige Theaterträume. Stattdessen ist Reparatur angesagt, und zwar sofort.

 

 

Bleiben Sie kritisch, neugierig und uns gewogen.
Und achten Sie auf Ihre Gesundheit.
Ihr Klaus Philipp Mertens