Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

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86. PRO LESEN - Themenwoche November 2019

Ein Frankfurter Autor wird vorgestellt:
Andreas Heinzel


Buchausstellung im Bibliothekszentrum Sachsenhausen
18. – 23. November 2019 während der Öffnungszeiten der Bibliothek
 

Donnerstagabend-Lesung am 21. November, Beginn 19:00 Uhr:
Andreas Heinzel liest aus seinem neuesten Roman
„Herr Neumann will auf den Olymp“

Anschließend Publikumsgespräch und Möglichkeit zum Buchkauf;
Andreas Heinzel signiert seine Bücher
 

Eintritt frei

 

 

 

 

Demokratie, quo vadis?

Vorläufige Erkenntnisse aus dem Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen

 

Liebe Leserinnen und Leser,
 

dass die AfD in Thüringen zur Protestbewegung mit Volksparteicharakter avancierte, belegt die ungebrochene Gültigkeit einer Studie des Frankfurter Instituts für Sozialforschung von 1929/1930, die unter Federführung von Erich Fromm mit Hilfe von detaillierten Fragebögen erstellt worden war („Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches“, unlängst als Neuauflage im Psychosozial-Verlag erschienen).
 

Diese wies nach, dass es weniger Arbeitslosigkeit und Armut waren, die Teile der Arbeiter, Handwerker und Angestellten in die Arme der NSDAP getrieben haben, sondern nichthinterfragte Ängste vor dem sozialen Abstieg in Verbindung mit den Spätfolgen des Ersten Weltkriegs (internationale Arbeitsteilung, vor allem durch das Entstehen supranationaler Konzerne). Diese diffusen Befürchtungen wurden einerseits verstärkt durch die unzureichende Bereitschaft zur umfassenden persönlichen Information über politische Faktoren sowie einer Geringschätzung von Bildung und Kultur; andererseits durch eine hohe Affinität zur autoritären Lösung gesellschaftlicher Fragen. Der Journalist Siegfried Kracauer kam 1930 in einer Interviewserie („Die Angestellten“) für die „Frankfurter Zeitung“ zu ähnlichen Ergebnissen. Das Taschenbuch ist bei Suhrkamp lieferbar.
 

Fazit gestern wie heute: Die Milieus, welche zu hohen Anteilen für die AfD votierten, sind selten von tiefgreifenden sozialen Problemen geprägt, sondern von der Abwehr bislang gültiger sozialer Normen. Nationale und internationale Solidarität sowie ein umfassender Humanismus werden verdrängt durch Autoritätsgläubigkeit, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewaltbereitschaft. Oder verkürzt formuliert:

Wer für Höcke & Konsorten stimmt, weiß, was er/sie tut und ist für eine aufgeklärte und die Menschenwürde achtende Gesellschaft verloren.
 

Und falls Sie sich angesichts solcher und ähnlicher schlechter Nachrichten etwas entspannen möchten, empfehle ich Ihnen die Lektüre eines satirischen Buchs des Frankfurter Schriftstellers Andreas Heinzel, das im Mittelpunkt der PRO LESEN-Themenwoche November steht: „Herr Neumann will auf den Olymp“.
 

Bleiben Sie neugierig und uns gewogen.
Ihr Klaus Philipp Mertens