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Ernst Hilmer

Das PRO LESEN-Thema im September 2021

Clemens J. Setz

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen bleibt das Bibliothekszentrum Frankfurt-Sachsenhausen auch noch im September für Veranstaltungen geschlossen. Wir werden deswegen geplante Lesungen und Vorträge im monatlichen Rhythmus an dieser Stelle vorab vorstellen und darauf hoffen,sie ab Oktrober in gewohnter Weise in der Bibliothek durchführen zu können.
 

Voraussichtlich im Januar 2022 werden wir uns mit dem Werk des Schriftstellers Clemens J. Setz ausführlich beschäftigen, der im November dieses Jahres den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung erhält.

 

Kommentiert

Leute, tickt ihr denn noch richtig?

Die Nötigung durch Impfverweigerer

 

Diese Frage stellte unlängst der Theatermacher Michael Herl in der „Frankfurter Rundschau“. Nach meinem Eindruck ticken tatsächlich zu viele völlig falsch. Und es kommt mir so vor, als ginge neben Covid-19 eine zweite Seuche durchs Land. Nämlich die infektiöse Dummheit. Übergesprungen aus den Giftlaboren der Verschwörungsideologen und massiv unterstützt von BILD, Facebook & Co. Auch einige Politiker stimmen parteiübergreifend in die Gesänge vom Untergang ein, selbst solche, von denen man anderes erwartet hätte. Von Politikern, die sich ansonsten deutlich abgrenzen von der AfD.
 

Diese reitet auf Schlagworten wie Impfzwang oder Spaltung der Gesellschaft herum. Dort stehen Entsolidarisierung, Rücksichtslosigkeit, Verbreitung plattester Dummheit, das Infragestellen von Grundrechten ganz oben auf der Liste ihrer politischen Forderungen. Impfgegner informieren sich nachweislich schlecht und dies vor allem auf obskuren Internetseiten (u.a. auf denen von AfD und Querdenkern), wo Brandstifter ihre Ideologien propagieren und Verblendete den angelesenen Schwachsinn ohne Murren schlucken.
 

Angesichts der weltweit wütenden Corona-Pandemie kann es nur ein angemessenes Verhalten geben. Menschen müssen sich impfen lassen. Und es sollten so viele sein, dass die sogenannte Herdenimmunität erreicht wird. Dadurch halten sie das Risiko für Ansteckungen und lebensgefährliche Verläufe extrem niedrig.

Wer sich solidarisch verhalten und eine gefährliche Krankheit erfolgreich bekämpft hat, darf mit einem Dank der Gesellschaft rechnen. Konkret mit der Lockerung, gar Aufhebung von Beschränkungen, sodass z.B. Restaurant-, Kino- oder Theaterbesuche wieder in einem früher gewohnten Rahmen möglich sind. Das hat nichts mit der Zuerkennung von Sonderrechten zu tun. Vielmehr handelt es sich sowohl um Anerkennung und Motivation zum Weitermachen als auch um einen Erfolgsbeweis. Geimpfte erkranken nur noch selten, und falls doch, sind die Verläufe überwiegend mild. Zudem sind sie nicht länger Virus-Wirte und tragen deswegen nicht zum Entstehen weiterer Mutanten bei.
 

Das „Ohne mich“ von AfD, Querdenkern und ähnlichen Hasardeuren darf keine gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensweise werden. Die an sich begrüßenswerte Toleranz gegenüber Andersdenkenden (wenn es denn tatsächlich Denkende mit moralischen Grundsätzen sind, also keine „Querdenker“) darf nicht in Beliebigkeit umschlagen. Denn diese ist wahllos und willkürlich; sie bedeutet, ein Leben zu führen zu Lasten anderer.

 

Ihr Klaus Philipp Mertens