Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

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80. PRO LESEN - Themenwoche im März 2019

Vorsicht! Persönlichkeitsverlust!
Entblößung und Verblödung
durch (a)soziale Medien

Ausstellung / Büchertisch
18. - 23. März 2019
im Bibliothekszentrum Sachsenhausen

 

Donnerstagabendlesung mit Publikumsgespräch
am 21. März, 19:00 - 20:30 Uhr:
Vom Leben als Digitalsklave
Literarische Zwischenrufe zum Ungeist der Zeit

 

Neben einer grundsätzlichen Erörterung des Themas lesen wir Abschnitte aus zwei Büchern.
 „Götz Aly/Karl Heinz Roth: Die restlose Erfassung“ (erschienen 1984),
 „Andreas Eschbach: NSA“ (erschienen 2018).

 

Eintritt frei

 

Facebook als "digitale Gangster" angeprangert

 

Liebe Leserinnen und Leser,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

das britische Parlament hat im Februar dieses Jahres schwere Vorwürfe gegen Facebook erhoben. Facebook hat nach Einschätzung der Parlamentarier "vorsätzlich und wissentlich" gegen Datenschutz- und Wettbewerbsrecht verstoßen. In einem Bericht fordern Abgeordnete eines Ausschusses zum Thema Desinformation und Fake News, dass Social·Media·Unternehmen für Inhalte, die auf ihren Seiten geteilt werden, Verantwortung übernehmen. Unternehmen wie Facebook sollten sich nicht wie "digitale Gangster" in der Online-Welt verhalten dürfen, heißt es in dem Bericht. Social-Media·Unternehmen könnten sich nicht darauf zurückziehen, lediglich eine "Plattform" zu sein und behaupten, dass sie selbst keine Verantwortung für die Inhalte ihrer Seiten tragen.

Kommerzielle Netzwerke sind an den persönlichen Daten ihrer Nutzer interessiert. Sie verkaufen diese an Werbetreibende und alle anderen, die personenbezogene Dateien anlegen. Wer sich einmal in dieses Glashaus begeben hat, wird darin für alle Zeiten verbleiben. Selbst partielle Löschungen haben keinen Einfluss auf Dateien, die längst in parallele Netze kopiert wurden und dort verwendet werden.

PRO LESEN wird in seiner 80. Themenwoche der Erhebung und Verwertung persönlicher Daten durch Handelsunternehmen, Versicherungen und Banken nachgehen, die an einem durchsichtigen Konsumenten interessiert sind. Und wir fragen nach dem Interesse, das politische Parteien und der Staat an den Bürgern haben könnte. 


Bereits der NS-Staat hat eine restlose Erfassung der Menschen im Rahmen der damaligen technischen Möglichkeiten betrieben. Neben der Identifizierung persönlicher Überzeugungen ging es dem Regime um das Aussondern von nach seiner Meinung Minderwertigen. Die meisten der Betroffenen wurden dann systematisch ermordet.
Der Schriftsteller Andreas Eschbach hat sich vorgestellt, was hätte geschehen können, falls die Nationalsozialisten bereits über die Instrumente der heutigen digitalen Technologie verfügt hätten. In seinem Roman "NSA" (NSA steht für Nationales Sicherheits-Amt) führt er Fiktives mit tatsächlich Geschehenem zusammen. Das Ergebnis ist eine Beschreibung des politischen Terrors, der sich in autoritären Staaten jederzeit ereignen könnte. Eschbachs Buch wird im Mittelpunkt unserer Donnerstagabend-Lesung am 21. März im Bibliothekszentrum Sachsenhausen stehen.

 

Bitte bleiben Sie neugierig, kritisch und uns gewogen
Klaus Philipp Mertens