Vorschau auf die PRO LESEN - Themenwochen

PRO LESEN-Themenwochen enfallen bis auf weiteres

Impfgegner sabottieren Kulturarbeit an der Basis

Der exponentielle Anstieg der SARS-CoV-2-Inzidenz veranlasst die Stadtbücherei Frankfurt am 22. November 2021, sämtliche Präsenzveranstaltungen ab sofort bis einschließlich April 2022 abzusagen. Das ist gesundheitspolitisch richtig, aber für das Kulturleben an der Basis erneut ein Rückschlag.
 

Der Redaktionskreis des Fördervereins PRO LESEN hatte bereits Veranstaltungen bis einschließlich März 2022 geplant und zum Teil schon detailliert vorbereitet: Die Beschäftigung mit Heimito von Doderers Roman „Ein Mord, den jeder begeht“ (Dezember), die Autorinnenlesung von Jennifer Hauff aus ihrem Krimi „Verschnitt“ (Januar), die Lesung aus Eva Menasses „Dunkelblum“ kombiniert mit Auszügen aus Gert Loschütz‘ „Besichtigung eines Unglücks“ unter dem Aspekt verdrängter Vergangenheit (Februar) und das Wiederaufschlagen von Gerhard Zwerenz‘ Roman „Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond“ von 1973 im Kontrast zu Rainer Werner Fassbinders Drama „Der Müll, die Stadt und der Tod“ von 1985 (März).
 

Nach der Zwangspause von März bis August 2020 sowie der von November 2020 bis September 2021 trifft es uns erneut. Bereits die zweite Unterbrechung war der Leichtfertigkeit im Umgang mit dem gefährlichen Virus geschuldet. Jetzt wirft uns der „Terror einer Minderheit“ (so Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery) aus unbelehrbaren Impfgegnern wiederum aus der Bahn.
Durch die fruchtlosen Debatten um eine Impflicht für alle oder zumindest für alle in der Kranken- und Altenpflege und in Bildungseinrichtungen sowie die pseudowissenschaftliche Diskussion um menschliche Freiheit und Selbstbestimmung wurde viel Zeit zum Handeln verloren. Die vermeintlichen Skeptiker hätten bei Immanuel Kant diesbezüglich nachschlagen können, ebenso in den Kommentaren zum Grundgesetz. Stattdessen herrscht nahezu überall Rücksicht auf ein Unwissen, das gezielt auf Facebook und Instagram propagiert wird.

 

Dennoch: PRO LESEN wird weiterhin auf sich aufmerksam machen. Durch regelmäßig erscheinende Newsletter (für man sich registrieren kann) sowie durch die Auslage seiner „Literatur & Kultur“-Hefte im Bibliothekszentrum Sachsenhausen und mit aktuellen Meldungen über das Leben mit Literatur sowie Kommentaren hier in der BRÜCKE unter dem MAIN.