Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

KulturNachrichten

Contemporary Muslim Fashions

Ausstellung vom 5. April bis zum 15. September 2019

Museum für angewandte Kunst MAK, Frankfurt am Main

 

„Nachdem die Schau in den Fine Arts Museums of San Francisco für Furore sorgte, wird sie in Frankfurt als erste Station in Europa gezeigt. Die Ausstellung präsentiert eine Momentaufnahme aktueller muslimischer Kleidungsstile aus aller Welt, mit einem Schwerpunkt auf dem Nahen Osten und Südostasien sowie Europa und den USA. Dabei reflektiert sie, wie Kleidung dem Ausdruck der vielen Facetten individueller, religiöser und kultureller Identität dient – und wie sie Identität prägt“ – so die Anpreisung auf der Internetseite des Museums.

 

In Frankfurt wird die Ausstellung von Dr. Mahret Ifeoma Kupka und Prof. Matthias Wagner K, Direktor des MAK, koordiniert.
 

Letzterer hält das muslimische Kopftuch für „ein Zeichen dafür, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben“. Seine Funktion in einer nach wie vor autoritären und ausschließlich von Männern bestimmten Religion, an der kulturelle, religionswissenschaftliche und theologische Diskurse und Reformbestrebungen weitgehend spurlos vorübergegangen sind, scheint Matthias Wagner K nicht zu bekümmern. Für ihn sind Hidschab, Tschador oder Burka samt ihrer Derivate real vorhanden; das reicht als Begründung, ihnen eine Ausstellung zu widmen. Man darf darauf gespannt sein, ob den Exponaten Hinweise über jene Frauen beigefügt sind, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung in den muslimischen Staaten verfolgt oder ermordet wurden und werden.

 

Auch für Museen sollte es Tabus geben. Nicht alles, was existiert, ist es wert, öffentlich gezeigt zu werden.