Einzelartikel aus „https://bruecke-unter-dem-main.de - Frankfurter Netzzeitschrift“

Buchtipp

Michael Sommer; Stefan von der Lahr

Die verdammt blutige Geschichte der Antike

ohne den ganzen langweiligen Kram

 

(c) Verlag C. H. Beck, München

«Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. (...) Unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde.»

 

In diesem Sinne: Ein herzliches Willkommen allen Leserinnen und Lesern dieses Buches! Mit den nach Martin Luther zitierten Sätzen entlässt der alttestamentarische Gott den Kain in die Welt -jenen biblisch verbrieften ersten Mörder der Menschheitsgeschichte. Er hatte seinen Bruder Abel aus Eifersucht erschlagen, weil dessen Opfergabe dem Herrn des Himmels wohlgefälliger war als die eigene. Gleichgültig, wie viele Jahrtausende seit damals vergangen sind: Bis in unsere Tage entdecken die Menschen jeder neuen Generation das Kainsmal auf der eigenen Stirn. Mit diesem Zeichen hat Gott nach seinem Fluch nämlich den Mörder gezeichnet, und kein Besuch im Internet, keine Zeitung und keine Nachrichtensendung lässt uns vergessen, dass wir die Kinder Kains und der Tradition unseres Ahnherrn treu geblieben sind.

 

Dass wir uns als Autoren auf ein so düsteres Thema eingelassen ein Buch über die verdammt blutige Geschichte der Antike geschrieben haben, geht allerdings auf einen gänzlich unblutigen, vielmehr sehr gemütlichen Abend bei einem Italiener zurück. Unsere Gespräche kreisten um Gott und die Welt im Allgemeinen und die Antike im Besonderen. Letzteres war wenig verwunderlich, da der eine sein Geld als Professor für Alte Geschichte in Oldenburg, der andere das seine als Lektor für Altertumswissenschaft in München verdiente.

Ein paar Monate nach jenem launigen, vielleicht etwas zu langen Abend waren ein paar ermutigende Kapitel von der Isar an die Hunte und in die entgegengesetzte Richtung verschifft. So haben wir be­schlossen, es einmal zu versuchen. Ob es uns gelungen ist, müssen unsere Leserinnen und Leser entscheiden.

 

In Erinnerung an die wunderbare Truppe Monty Python, die unsere Kindheit und Jugend so unendlich viel lustiger gemacht hat, wollen wir also auf den folgenden Seiten eine neue Darstellung all dessen wagen, womit Generationen von Schülerinnen und Schülern an humanistischen Bildungsanstalten eingepinselt worden sind: NEIN, edle Einfalt und stille Größe waren keine Werte des antiken Grie­chenlands! NEIN, Athens blutrünstige Demokraten möchte man gewiss nicht als Vorbilder für unsere Tage gelten lassen. Und nochmals NEIN: Unser Publikum würde sich im Rom des Augustus garantiert nicht wohlfühlen, das vielleicht aus Marmor war - aber der war so blutverschmiert, dass man unter der Kruste kaum noch den Stein erkennen konnte. Versuchen wir also mal, dem Pathos, mit dem die Geschichte der Griechen und Römer versehen wurde, ein wenig die Luft herauszulassen!

 

Warnhinweis

 

Dieses Buch kann Spuren von Gewalt, sexuelle Inhalte, Schimpfwörter und politische Unkorrektheiten aller Art enthalten, ist dafür aber garantiert zucker- und kalorienfrei. Es darf nicht in die Hände von Kindern oder Besucherinnen und Besuchern humanistischer Gymnasien gelangen. Die Lektüre kann verstörend wirken. Zu weiteren Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte ihre Ärztin, ihren Arzt, in Ihrer Apotheke oder wo Sie wollen.

 

Michael Sommer und Stefan von der Lakr Oldenburg und München, im Frühjahr 2025

 

Bibliografische Daten

Michael Sommer; Stefan von der Lahr
Die verdammt blutige Geschichte der Antike
ohne den ganzen langweiligen Kram

364 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag
Verlag C. H. Beck, München 2025
ISBN 978 3 406 83073 4
Ladenpreis 26,00 Euro